Reisetagebuch:
Kleine Alltagsabenteuer in Südamerika
Hier findet
Ihr unsere Fotos!
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24.08 – 27.08.
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Nach einem Stadtbummel in Lissabon und einem anstrengendem
aber konfortablen Flug sind wir abends in FORTALEZA angekommen.
Zwar war unser Taxifahrer völlig entsetzt von der
Gegend, in der wir absteigen wollten, aber die Unterkunft hat für 3
Nächte schon getaugt. Wenn man seine hygienischen Ansprueche
zurueckschraubt und wie wir ein Moskitonetz und Huettenschlafsaecke
dabei hat, alles kein Problem. Auch der Regen, der uns in der letzten Nacht
im Bett ueberrascht hat, hat uns amuesiert...
Wir haben die tollen Straende PRAIA do FUTURO und LAGOINHA
besucht, die uns fuer das fehlende Ambiente nachts mehr als entschaedigt
haben
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27.08. – 01.09.
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Wir haben uns bis ins Paradies vorgearbeitet und ueberlegen
ernsthaft zu den Hippies uerbzulaufen, die es hier aller Orten gibt. JERICOACOARA
ist wirklich ein verwunschener Ort mitten in Duenen. Es gibt keine
Strassen und auch in den Geschaeften besteht der Boden meistens aus Sand.
Jeder lebt nach seiner Façon und wird damit gluecklich. Traumhafte
Sonnenuntergaenge und Palmen, weisser Sand, Lagungen und Strand soweit das
Auge reicht.. Und ihr glaubt wirklich, dass wir wieder kommen? : )
Die Caipis sind unschlagbar – und zwar nicht nur der Geschmack, Hier
kriegt man eine Caipi fuer umgerechnet 1 Euro!! (Wollt Ihr uns doch noch
besuchen kommen?)
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02.09. – 04.09.
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Wir haben einen kleinen Abstecher gemacht nach CANOA
QUEBRADA und auch PRAIA MORRO BRANCO besucht. Was sollen wir
sagen... Wir laufen Gefahr uns zu wiederholen: Traumstraende, tolles Meer
und wir staunen und geniessen noch immer!!
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05.09. – 07.09.
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Wir bleiben fuer einige Naechte in NATAL, einer recht
touristischen Stadt an der Kueste. Hier gibt es mitten in der Stadt riesige
Sandduenen (locker 30 bis 50 hm). Am ersten Tag haben wir uns aufgemacht,
die Altstadt zu suchen. Wir haben sehr viele Leute gefragt und sind lange
durch recht unansehnliche Viertel spaziert, um vorzeitig zu dem Schluss zu
kommen: Wir haben es nicht gefunden. Aber abends haben wir mit einem Blick
in den Reisefuehrer festgestellt, weshalb uns selbst die Einheimischen
nicht sagen konnten, wo wir die Sehenswuerdigkeiten der Stadt finden... es
gibt schlicht und ergreifend kaum welche. Wir sind ohne es zu wissen an
allen vorbei gekommen...Nun ja,der naechste Tag war dafuer um so
spannender. Wir haben (oekologisch voellig unkorrekt) eine Buggy-Tour durch
die Duenen unternommen und bei den extremen Fahrmanoevern unseres
Motoristas eine Menge Sand geschluckt. Spass hats gemacht!
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08.09. – 10.09.
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Jetzt glaubt auch Thomas daran, dass in Brasilien der
Strassenverkehr deutlich gefaehrlicher ist als so manches andere! Seit dem wir
aus dem aus dem Bus ausgestiegen sind, der uns nach PRAIA PIPA
gebracht hat, hat sich unsere Lebenserwartung wieder drastisch erhoeht! Was
fuer eine Fahrt. Der Buggy-Trip war wirklich nichts dagegen!! Wir haben ihn
ueberstanden und sicherlich seitdem das ein oder andere graue Haar mehr..
Am Nachbarstrand kann man jeden Tag aus aller Naehe Delphine
beobachten. Wir sind heute baden gegangen und haben uns jedes mal gefreut,
wenn ein oder zwei in unserer Naehe aufgetaucht sind. Die Tiere kommen
wirklich bis auf 3 Meter an einen heran. Es ist wirklich spektakulaer ihnen
beim Jagen und Springen zuzuschauen.
Wir geniessen das sehr und kommen jeden Morgen wieder her.
Auch menschliche Gesellschaft haben wir mehr als genug.
Lauter andere Backpacker, die alle mehr oder weniger das gleiche erzaehlen.
Gar nicht schlimm, wenn wir bald mal wieder wo anders absteigen und so dem
Smalltalk ein bisschen entkommen.
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11.09. – 12.09.
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Jetzt wissen wir mit Sicherheit, dass der Strassenverkehr hier
exorbitant viele Opfer fordert. Warum sollte es denn sonst 6 Sarglaeden auf
200 Metern geben??? Auch hier in OLINDA gibt es Ampeln, die aber
weder die Fussgaenger noch die Autofahrer beachten und da man hier in den
Staedten (auch Busse und LKWS!) locker 90 kmh faehrt, ist das Ueberqueren
selbst kleiner Strassen ziemlich sportlich und Leuten ueber 60 nicht mehr
zu empfehlen...!
Wir haben eine nette Jugendherberge gefunden in der jedoch
leider die Doppelzimmer olfaktorisch nicht ertraeglich waren, so dass
wir in Stockbetten schlafen, was die Sache mit dem Moskitonetz nicht
wirklcih leichter macht.
Olinda ist wirklich huebsch und wir fuehlen uns auch nachts
recht sicher. Der Ort besteht aus lauter bunten Haeusern und schoenen
Kirchen und hat wirklich Charme.
Am letzten Tag machen wir einen Tagesausflug nach RECIFE,
den wir recht spannend aber auch anstrengend finden, weil wir ziemlich
auffallen und den Eindruck haben, sehr auf unsere Sachen acht geben zu
muessen. Aber auch Recife ist sehenswert
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13.09. – 16.09.
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Nach den abwechslungsreichen Stadttagen lassen wir es wieder
etwas ruhiger angehen. PORTO DE GALINHAS erinnert zwar auf den
ersten Blick an Mallorca zu seinen touristischsten Zeiten, ist aber
wirklich angenehm. Allerdings gibt es hier extreme Unterschiede was die
Unterkuenfte angeht. Den ersten der uns ein Zimmer angeboten hat, haben wir
glatt ausgelacht und sind weitergezogen. Ein Loch ohne Fenster mit
schimmeliger Matratze muss wirklcih nicht sein! Wir haben schliesslich eine
tolle Pousada gefunden, in der wir uns super wohlfuehlen.
Der Strand ist einfach traumhaft – ausser Sonntags, da
ist er voellig ueberlaufen – und wir freuen uns an den langen
einsamen Strandabschnitten, an denen wir lange Spazieren gehen (Katja) oder
Joggen (Thomas) und erkunden die natuerlichen Becken, die sich bei Ebbe mit
Fischen fuellen und haben das Gefuehl im Aquarium zu tauchen.Wahnsinn!
Die Abende verbringen wir meistens mit anderen Backpackern,
die wir im Lauf unserer Reise kennengelernt haben und die wir immer mal
wiedertreffen, weil sie in die gleiche Richtung reisen.
Entspannung pur!! Ob man das mit nach Hause nehmen kann? Das
waere unser Traum!
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17.09. – 19.09.
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Eigentlich sind die Fahrten mit den brasilianischen
Langstreckenbussen selbst fuer Rueckenkranke und Schlechtschlaefer auch
ueber 12 Stunden kein Problem. Allerdings hatten wir bereits zu Beginn der
Fahrt Schweirigkeiten, weil Stefan, ein Schweizer, der seit einiger Zeit
mit uns reist, keine Reservierung hatte und es so aussah als muesste er die
Nacht ohne Unterkunft in der (nicht wirklich ungefaehrlichen) Kleinstadt
verbrignen, in der wir in den Bus steigen wollten, weil dieser komplett
voll war. Naja, alles nicht so tragisch, schliesslich sind wir in Brasilien
und hier findet sich meinstens noch eine Loesung. Stefan konnte mitfahren.
Er hatte sogar das Glueck im Bus schlafen zu koennen, was wir leider nicht
geschafft haben, weil hinter uns 2 langbeinige und dumme Gauda-Apatchen
sassen, die allen ernstes meinten, dass wir die kompletten 12 Stunden sitzend
verbringen sollten, weil sie sonst ihre Beine nicht auststrecken
koennten... Nunja, kein Loesungsvorschlag hat ihnen getaugt und trotzdem
wir unsere Sitze nicht komplett flach gemacht haben, haben sie in der Nacht
die Krise bekommen und sind aggressiv und handgreiflich geworden, haben den
Sitz noch kaputter gemacht und den Thoams angegriffen. Weil aber die Katja
meint, dass man dem Thomas nix tun darf hat die den Fahrer um Hilfe
gebeten, der aber nicht allein zu den Passagieren nach hinten kam sondern
eine dreiviertel Stunde spaeter samt Polizei... Der Polizist sprach
Portugiesisch aber kein Englsich, die Kaesenasen hinter uns Hollaendisch
und ein bisschen Englisch. Sehr witzig also... Nunja wenigstens haben sie
danach nicht mehr gegen die Sitze getreten...Leider haben wir durch den
Abstecher zur Polizei viel Zeit verloren und haben insgesamt 14 Stundeng
gebraucht....
Trotz allem sind wir sicher in SALVADOR angekommen
und haben im Pelourinho ein nettes Zimmer gefunden. Tagsueber kann man sich
gut hier im Viertel und auch in der Unterstadt rumtreiben allerdings ist es
ein bisschen prekaer, sobald die Sonne untergegangen ist. Die
Polizeipraesenz ist enorm hoch. Wir sind jedoch oft mit mehreren unterwegs,
weil wir uns haufig mit unseren Bekannten treffen, die in der
Jugendherberge um die Ecke abgestiegen sind. Gestern hatte Katja endlich
die Moeglichkeit auzugehen und mal wieder zu tanzen (der Flirtfaktor ist
hier fuer Maedchen wie fuer Jungs extrem hoch : ) Hier in Salvador laeuft
staendig Musik und es gibt Konzerte. Nachmittags ueben diverse
Sambagruppen. Eine davon direkt gegenueber von unserer Pousada, aber wir
sind mittlerweile so relaxed, dass wir es beide schaffen bei stundenlanger
rhythmischer Dauerbeschallung um die 80 dB gut (!) zu schlafen.
Heute abend schmeissen wir uns wieder in den Nachtbus.
Diesmal geht es hoffentlich ohne gestresste Europaeer nach Lençois
in die Chapada Diamantina! Wir sind schon total gespannt!!
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20.09. – 26.09.
4-Tages-Track
Tagesausflug
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Wir haben eine recht ereignislose Nacht hinter uns, steigen
aber trotzdem hundemuede morgens um 5 in LENÇOIS aus dem Bus.Wir verbringen den ersten Tag damit ersteinmal 2 Stunden Schlaf nachzuholen
(woran wir gut tun! Die riesigen und unzaehligen Kakerlaken in unserem
Zimmer rauben uns erst nachts den Schlaf,nachdem wir sie entdeckt
haben....) und uns anschliessend in diesem schmucken Kolonialstaedchen
umzuschauen, das waehrend des Diamantenrauschs seine Bluete erlebt hat. Es
gibt wahnsinnig viele Touranbieter, die alle mehr oder weniger das selbe
bieten, so dass wir uns fuer den sympathischsten Guide, Marcio von Lantour,
entscheiden.
Am Vortag unserer 4-Tagestour brechen wir Vormittags ueber
Erdpisten auf in einen winzigen Ort am Rande der CHAPADA DIAMANTINA,
in dem die Strassenbeleuchtung noch nicht erfunden wurde, so dass wir
nachts mehrfach am Eingang unserer Unterkunft vorbei laufen, bevor wir sie
endlich wiederfinden. Wir kaufen Wegzehrung fuer die naechsten Tage und
goennen unseren Fuessen noch einmal einen ruhigen Nachmittag in der
Haengematte. Hier laufen die Affen uebrigens wirklich auf der Strasse oder
auf Telefon- und Stromleitungen herum : )
Am naechsten Morgen bringt uns (Thomas & Katja, Marcio
– der Fuehrer, Tom – ein urkomischer Englaender, der mit Comedy
seinen Lebensunterhalt verdient und Febi – brasilianisches Maedel)
ein Jeep zum Ausgangspunkt unserer Wanderung. Wir legen an unserem ersten
Tag 23 km und diverse Hoehenmeter in einer atemberaubenden Landschaft
zurueck und wandern vorbei an kleinen Wasserfaellen und Seen auf einer
Hochebene ins Vale do Pati. Der letzte Abstieg bringt uns mitten in
unberuehrten Regenwald. Versteckt zwischen Bananenbaeumen liegt unsere
erste Nachtunterkunft, das Lehmhaus von Donna Raquel. Wir fuehlen uns wie
in einer fremden, vergessenen Welt. (Der naechste Nachbar wohnt eine Stunde
von hier entfernt) Hier wird noch ueber offenem Feuer gekocht und alle
Zimmer haben Lehmboeden und –waende und liegen unter einem einzigen
grossen Dach. Donna Raquel und einige ihrer 14 Kinder, versorgen uns prima.
Das Essen ist reichlich und wirklich lecker. Das haben wir uns auch wirklich
verdient! Der Tag war anstrengend.
Der Sternenhimmel ist unglaublich!! Ein Glitzern und
Leuchten, das wir uns vorher nicht vorstellen konnten und das sich im
Talgrund in dem Blinken tausender, riesiger Gluehwuermchen zu spiegeln
scheint. Gut, dass wir muede sind, ansonsten koennten wir uns von dem
Spektakel sicherlich nicht so bald losreissen...
Am zweiten Tag steigen wir auf zu einem Fluss, dessen
Flussbett wir bis zu einem kleinen Wasserfall folgen, in dessen fast
schwarzem Wasser (es enthaelt viel Eisen) wir uns ein erstes Mal abkuehlen
koennen. Der Hoehepunkt des Tages ist aber der naechste und deutlich
groessere Wasserfall, den wir hinabklettern, um auch hier im dunklen Wasser
zu baden. Das Wasser ist so laut, dass man sich auch schreiend nicht
verstehen kann und so dunkel, dass die Haende und Fuesse beim Schwimmen im
Unbekannten verschwinden. Katja findet das schon etwas gruselig, geniesst
es aber trotzdem sehr, bei dem spektakulaeren Panorama schwimmen zu
koennen. Bloss mehr Schatten duerfte es geben...
Am dritten Tag macht sich das Maenner-Trio auf Morro de
Castelo zu erklimmen, um eine im Berg liegende Hoehle zu durchqueren. Die
drei kommen ziemlich kaputt aber begeistert wieder. Der Ausblick war toll!
Da Katja wegen ihrer Knie den Abstieg kaum schaffen wuerde, verbringt sie
den Tag zusammen mit Febi am Haus und lernt etwas mehr ueber das Leben hier
im Vale do Pati. (Die beiden Enkelkinder von Donna Raquel sind die einzigen
Schueler der 20 min entfernten Schule und trozdem sie bereits seit ca. 2
Jahren zur Schule gehen und der Leher jeden Montag fuer sie aus der
naechsten Stadt herwandert, kann keines von ihnen lesen. Aber im Eselfangen
und allen anderen Alltagsdingen sind die beiden wirklich gut und helfen den
Erwachsenen sehr!) Am Nachmittag wandern wir zu unserer zweiten Unterkunft
hier im Urwald und von dort am naechsten Tag in 8 Stunden und teilweise bei
Regen zurueck in die Zivilisation. Der erste Teil der Wanderung ist recht
anspruchsvoll, weil wir fas senkrechte nasse Waldhaenge erklettern. Die unglaublichen
Aussichten, denen wir immer wieder begnen entschaedigen uns aber fuer alle
Strapazen – Leider funktioniert seit gestern unser Fotoappart nicht
mehr, so dass Ihr nur bis zum dritten Tag bildlich mit uns mitwandern
koennt! : (
Die Fahrt ueber holprigste Pisten zu 6. im Auto nach Lencois
ist ein Abenteuer fuer sich, dass wir aber alle lachend und unbeschadet
ueberstehen.
(Wir schlafen in einer anderen, tierchenfreien Unterkunft!)
Wir machen einen Tagesausflug zu verschiedenen Orten rund um
die Chapada und haben u.a. die Gelegenheit in einer Hoehle zu schnorcheln.
Das ist wirklich gruselig!! Wir sind beide sehr froh, dass wir den anderen
bei der Hand halten koennen und nach 20 min wieder Tageslicht sehen.
Besonders das in der Tiefe liegende Sklett von einem riesigen Fisch,
erschreckt die Katja.
Die Fische am Eingang der Hoehle sind aber recht niedlich
auch wenn sie einen aus Neugierde und Appetit zwicken.
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27.09. – 30.09.
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Wir sind wieder mal im Paradies angekommen! MORRO DE
SÃO PAULO ist eine Insel vor Salvador, die mit ihren weissen
Sandstraenden, den Palmenwaeldern und natuerlichen Schwimmbecken einfach
gluecklich macht. Wir haben uns eine tolle Unterkunft gegoennt und lauschen
gespannt dem Meeresrauschen beim Einschlafen, das so anders ist als all die
Laute, die wir nachts im Dshungel gehoert haben.
Was fuer schoene, entspannte Tage. Leider muessen wir uns
morgen schon von der Sonne und der Waerme hier verabschieden, weil die
Reise weiter in den Sueden geht. Hoffentlich muessen wir da die kurzen
Hosen und Roecke nicht gegen unsere Fleece-Jacken und langen Hosen
eintauschen!
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30.09. – 01.10.
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Wow, was fuer eine RUECKFAHRT VON DER INSEL. Wir
haben uns gegen den Catamaran entschieden, weil 99,8 % der Passagiere
seekrank werden und wir darauf wirklich keine Lust hatten. Also sind wir
auf ein kleines Boot gestiegen, im naechsten Hafen in einen Bus, der uns
eine Stadt weitergefahren hat, damit wir ein Schnellboot nehmen konnten.
Leichtsinnig wie wir sind, haben wir uns mit 2 Brasilianer in den Bug
gehockt (Boote sind das Gegenteil von Bussen. Sie bewegen sich vorne viel
mehr als hinten!!). Das Boot hat seinem Namen alle Ehre gemacht und ist
wirklich schnell gefahren und bei jeder Welle (und von denen gibt es auf
dem offenen Meer eine ganze Menge!) gestiegen und danach wieder aufs Wasser
gefallen. Wir ahben versucht uns irgendwie festzukrallen und nicht uevber
Bord zu gehen und uns dafuer entschieden lieber viel Spass als Angst
zu haben... Hat funktioniert! War einfach super und deutlich laenger und
billiger als die ganzen Fahrgeschaefte auf dem Oktoberfest : )
In Salvador nass und heil, wenn auch nicht wirklich sicher,
angekommen, treffen wir uns mit unserem Ex-Reisegefaehrten Stefan und gehen
auf eine Live-Konzert. Wir vertreiben uns die halbe Nacht und verbringen
die restliche Nacht am Flughafen um auf unseren Flug nach Curitiba zu
warten, der um 5 in der Frueh abfliegt.
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01.10. – 12.10.
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All unser Hoffen aht nichts genuetzt : (
Wir sind in BRASILIENS SUEDEN angekommen und fuehlen
uns nicht nur wie zu Hause, weil alles so ordentlich und gut organisiert
ist (stellt Euch vor: Die Autos bremsen, um einen am Zebrastreifen ueber
die Strasse zu lassen!) und wir ausschauen wie alle anderen, sondern auch
weil das Wetter wie bei Euch daheim ist.... Es ist SAUKALT (nachts bis zu 0
Grad!) und regnet Bindfaeden. Wir frieren ohne Ende und sind froh um die
paar warmen Sachen, die wir bis jetzt ohne Grund mit uns mitgetragen
haben... Mit unserem Mietwagen machen wir uns von CURITIBA, der
Hauptstadt Paranas, auf nach Sueden durch Santa Catarina bis nach Rio
Grande do Sul. Wir halten in BOMBINAS und verbringen einen Tag in FLORIANOPOLIS,
um bei stuermischem Wetter, die trotz allem beeindruckenden Straende
kennzulernen. Toll, wir wuerden so gerne laenger bleiben, aber die Zeit
rennt und wir kriegen kalte Fuesse.
In IMBITUBA verbringen wir 2 Tage, um die Wale anzuschauen.
Wir fahren mit einem kleinen Boot raus und sind begeistert, wie nah diese
riesigen Tiere zu uns rankommne. Besonders die Jungtiere, die hier in der
Bucht geboren und aufgezogen werden, sind total neugierig. Wenn wir die
Arme ausstrecken wuerden, koennten wir sie anfassen. Es ist einfach
phantastisch so grosse Tiere in der Natur aus naechster Naehe zu sehen.
Obwohl sie keinen Laut von sich geben, sind sie nicht wirklich leise. Es
rauscht und zischt, wenn sie auftauchen, springen oder Wasser aus den
Atemloechern pusten. Toll, Ihr muesst unbedingt unsere Videos anschauen,
wenn wir wieder da sind!!
Im Sueden verbringen wir einige gemuetliche Tage in CANELA,
GRAMADO und NOVA PETROPOLIS und finden es wirklich lustig, dass
die Leute von unserer Deutschsprachigkeit genauso fasziniert sind wie wir
von Ihrer.. Hier sprechen wirklich alle Deutsch. Es gibt viele deutsche
Fachwerkhaeuser, deutsche Volksmusik und sehr gutes deutsches Essen, das
uns sehr gut schmeckt. Besonders Thomas hat sich in das Cafe Colonial
verliebt, bei dem einem zu einem festen Preis so viel Essen vorgestellt
wird, dass man von vornherein weiss, dass man es sicherlich nicht mal zur
Haelfte essen kann. Aber wir sind gleucklich endlich mal wieder guten
Aufschnitt und gute Wurst zu essen. Ausserdem wissen sie hier im Sueden
(besonders zu Thomas Freude : ) wirklich wie man Schokolade macht. Wir
besuchen zu Katjas grosser Freude das Zuhause des Weihnachtsmanns (er
spricht Deutsch und hat einen echten Rauschebart) und ein Freilichtmuseum,
in dem es noch mehr Fachwerkhaeuer zu sehen gibt (und deutschen Apfelkuchen
zu kaufen, dessen Originalrezept uns auf Deutsch erklaert wird!). Die Landschaft
hier ist wahnsinnig schoen, und aehnelt an einigen Stellender Natur bei uns
daheim. Leider sehen wir nur vereinzelt was davon, weil es so neblig ist
und stark regnet.
Wir freuen uns wahnsinnig, dass wir bei Lus Papa und seiner
Frau Carina in Brusque so herzlich willkommen sind und dort unsere
Erkaeltung auskurieren duerfen. Wir nutzen die Gelegenheit um in Brusque,
das fuer seine Stoffprodutkion bekannt ist, zu shoppen und sowohl das
Entenfest als auch das OKTOBERFEST IN BLUMENAU kennenzulernen. Und
Leute – wir kennen ihn jetzt, den diesjaehrigen Oktoberfesthit!!!
Glaubt nicht, wir haetten was verpasst! Die Band kam direkt aus Muenchen
und hat alle bekannten Songs gespielt (In Muenchen steht ein Hofbraeuhaus,
Skandal im Sperrbezirk, etc). Allerdings konnten nur wir mitsingen : ) Also
dann: Hoch die Tassen und Oans, Zwoa, Drei .. G´suffa!
Fast haetten wir vor lauter Freunde treffen unseren Flug
verpasst. Wir haben sie wirklcih schon im Blut die brasilianische
Gelassenheit. Als wir am Flughafen ankamen, hatte das Boarding bereits
begonnen, aber wir mussten noch unseren Mietwagen tanken und zurueckgeben :
) Nun ja, alles kein Problem. Wir haben es locker und erstaunliuch
entspannt geschafft..: )
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13.10. – 15.10.
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Wir sind von CAMPO GRANDE aus ins PANTANAL
gefahren und wohnen auf der Fazenda Clara, die bereits im Nationalpark
liegt. Nach der Eiseskaelte, die wir in der letzten Woche hatten, wartet
hier vorsommerliche Hitze auf uns. Tagsueber hat es teils ueber 40 Grad,
die sich in unserem Zimmer hervorragend bis zum naechsten Morgen
halten...Trotzdem geniessen wir die verschiedenen Ausfluege und
Aktivitaeten. Wir machen Jeep-Safaris, Reitausfluege und fahren Boot. Wir
haben unglaubliches Glueck mit unseren Tierentdeckungen. Wir sehen vom
Nasenbaeren ueber Tucane bis hin zu Schlangen und Wasserschweinen alles was
hier so kreucht und fleucht und koennen sogar einen JAGUAR IN LIVE!!
beobachten. Er sitzt am Flussufer und ist von uns so angetan wie wir von
ihm. Erst nachdem wir viele Fotos gemacht haben, steht er gemaechlich auf
und verschwinden geraeuschlos im Unterholz. Unglaublich!! Unser Fuehrer,
der hier geboren ist, hatte erst ein einziges Mal das Glueck einen Jaguar
zu sehen. Das ist mehr als eine Entschaedigung fuer die Hitze in unserem
Zimmer!! Auf einem Ausflug entdecken wir eine kleine Gruppe Affen in den
Baeumen, die sich mit uns „unterhaelt“. Besonders auf Thomas
Urschreie fahren sie ab.. : ) Auf unserem Gleaende gibt es einige
wilde Papageien, die aber unsere Naehe nicht scheuen und ein Wildschwein,
das 3-tage-alte Jungtiere hat, sich aber trotzdem gerne den Bauch kraulen
laesst... Ich fuerchte nur, dass die Bilder die Vielfalt und
Schoeneit unserer Eindruecke gar nicht wieder geben....
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16.10.
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Wir steigern uns langsam. Heute sind wir um 6 Uhr
aufgestanden, um Piranhas zu fischen und zu Mittag zu essen (Sehr
unterhaltsam das Ganze! Aber ueberleben wuerden wir damit bestimmt nicht!
Kaum was dran..), haben uns danach auf unsere 24 stuendige Reise zu den FOZ
DO IGUACU gemacht, deren brasilianische Seite wir direkt im Anschluss
erkundet haben. Tolle und atemberaubende Aussichten, die einen ganz schoen
durchnaessen!. Von da aus sind wir mit oeffentlichen Bussen nach ARGENTINIEN
gefahren, wo unsere Reise uebermorgen weitergehen wird. Noch kommen wir mit
Portugiesisch gut durch und auch die Argentinier wissen, wie man Caipis
macht. Also ist das Ueberleben hier erstmal gesichert : ) Wir sind
gespannt, was uns noch alles erwartet....
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17. – 18.10
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Wir nehmen uns 2 volle Tage, um uns die Wasserfaelle FOZ
DO IGUACU anzuschauen. Wir sind total beeindruckt von den Wassermassen,
die hier an jeder Kante viele Meter in die Tiefe stuerzen. Noch kurz vor
den Wasserfaellen wirkt der Fluss so ruhig und harmlos, dass man sich ein
solches Spektakel nicht vorstellen kann. Das Wetter ist uns zumindest am 2.
Tag (auf der argentinischen Seite) hold, so dass uns die Sonne riesige
Regenboegen in die herabstuerzenden Wassermassen malt und wir uns auch im
T-Shirt wohl fuehlen.
Wir sind in der neuesten Jugendherberge Suedamerikas untergekommen,
die uns von allen Seiten waermstens empfohlen wurde. Eigentlich wirkt die
Anlage eher wie ein Sternehotel mit all den Angeboten und der riesigen
Poollandschaft vor der Tuer, aber uns sind es einfach ein paar hundert
Backpacker zu viel auf einem Fleck und das Fruehstueck ist eine Frechheit...
Trotz allem treffen wir nette Leute und freuen uns ueber das BBQ am Abend,
das wir mit einigen Runden Tischtennis und Billard ausklingen lassen. Irgendwann
ist es einfach zu viel Caipi fuer Ballsportarten, so dass wir zufrieden und
mueden ins Bett gehen... Schliesslich muessen wir morgen ja frueh raus um
uns fuer eine Halbeewigkeit in den Bus in Argentiniens Westen zu setzten...
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19.10.
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1x qer durch Argentinien nach SALTA: 1 Bus; 24
Stunden; 1 Pause;....
Nun ja wir sind ja schon geuebt und die argentinischen Busse
sind wirklich angenehm. Das was die Katja am meisten geaergert hat, waren
die 6 Filme, die sie bei voller Lautstaerk nacheinander ueber sich ergehen
lassen musste. Danach wurde es Gott sei dank dunkel und ruhig...
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20.10. – 23.10.
3-Tagestour im Mietwagen
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SALTA ist eine wirklich nette Stadt, die uns
recht typisch erscheint. Voller Leben und Laeden und netter Menschen.
Mit Heidi und Daniel, die wir im Bus kennengelernt haben, erkunden
wir die Stadt und fahren mit der Seilbahn auf einen der umliegenden Berge,
um den Blick zu geniessen. Der Berg ist zwar nicht sonderlich hoch, aber
wir haben entschieden, dass es trotz Fruehling einfach zu warm ist, um
hochzulaufen.
Zusammen mit den beiden nehmen wir fuer drei Tage einen
Mietwagen, um ueber die Schotterpisten weiter in den Sueden zu fahren und
die unglaubliche Natur zwischen SALTA, CACHI und CAFAYATE
kennenzulernen. Wir werden nicht enttaeuscht: Hinter jeder Kurve taucht
eine neue Steinformation, ein neues Farbspiel, eine neue atemberaubende
Aussicht auf. Wahnsinn!! Wir geniessen trotz der schlechten Pisten, was am
Fenster vorbeizieht und sind beeindruckt von der klaren Luft in den
abgelegen Bergdoerfern und auf den Paessen, die uns auf fast 4000 m Hoehe bringen.
Toll, dass wir uns entschieden haben, den Rueckweg nach
Norden auszudehnen und uns das TAL HUMAHUACA anzuschauen. Besonders
in der Morgensonne erstrahlen die Felswaende rechts und links in tausend
Farben. Dass unser Weg Richtung Norden nach Bolivien so schoen und
abwechslungsreich ist, haetten wir nicht gedacht. Um so mehr freuen wir
uns!
Wir verabschieden uns mittags nach einem tollen Mittagessen
(es gab LAMA! – sehr zart und lecker, ein bisschen wie
Rindfleisch) von Heidi und Daniel, die zurueck nach Salta muessen und
steigen in den naechste Bus der uns nach LA QUIACA, der Grenzstadt zu Bolivien bringt.
Wir sind schon auf argentinischer Seite gebannt von den
kleinen Dingen, die den bevorstehenden Laenderwechsel ankuendigen (LKWs
werden ausgeladen und ihre Fracht meist von 100erten von Frauen im
Laufschritt auf die bolivianische Seite getragen, wo sie wieder in LKWs
gepackt wird..!??!!...Handgepaeck wird nicht verzollt!).
Wir gehen zu Fuss ueber die Grenze und sind fasziniert, weil
wir uns eindeutig in einem anderen Land befinden. Die Stadt heisst jetzt VILLAZON,
hier kleiden sich die Leute anders; es gilt eine andere Waehrung; man isst
andere Dinge und die Kultur ist eine ganz andere.
Stellt Euch vor: Die Frauen tragen wirklich knielange
Roecke, lange Zoepfe, kleine schwarze Huetchen auf dem Kopf und statt einem
Rucksack bunte Tuecher in die sie alles einwickeln (in die passen uebrigens
auch die grossen Gasflaschen oder Babys rein!).
Leider wirken sie sehr verschlossen und man darf nicht
fotografieren. Uns wurde gesagt, dass sie glauben, wir verdienten Geld mit
den Fotos... Tja, schoen waers.... : )
Wir fahren weiter nach TUPIZA und koennen uns das
Staunen und Lachen ob des offenschtlichen Chaos nicht verkneifen... Jetzt
sind wir wirklich in Bolivien: Der Bus nimmt uns erst mit, nachdem er von
der Ticketverkauferin wieder angehalten wurde und braucht dann trotz schon
vorhandener Verspaetung nochmal 20 Minuten, um loszukommen (Leute steigen
ein und aus, kaufen noch was, Gepaeck muss verstaut werden...). Die Busse
sind in ziemlich schlechtem Zustand und wenig komfortabel, aber das faellt
schon nicht mehr weiter auf, weil wir die naechsten 8 Stunden auf Schotter-
und Sandpisten verbringen und es so rumpelt, schaukelt, wackelt und
ruckelt, dass wir uns eh kaum unterhalten koennen. Wir durchqueren Fluesse,
fahren quer durch die Wueste und Katja geniesst das Panorama-Klo hinterm
Bus (sagenhafter Sternenhimmel in der Wueste!!!) als dieser anhaelt, weil
der eine andere Tourist, der mit dabei ist Probleme wegen der Hoehe
bekommt...
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24.10.
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Wir erholen uns einen Tag in TUPIZA und Thomas ueberredet
Katja trotz angeratener Untaetigkeit, um sich gut zu aklimatisieren, zu
einem Reitausflug. – Glaubt nicht, dass das Pferde waren, die nur im
Schritt hinter einander herlaufen! Nein, gar nicht! Wir mussten selber
lenken und das Tempo angeben – arme Pferde! (Lenken war deutlich
einfacher als Bremsen, aber wir sind heil wieder zurueck gekommen und
hatten wirklich Spass dran!) Wir sind durch einsame Landschaften und
Canyons geritten und haben schon ueberlegt auf Cowboy umzuschulen...aber
man staunt ja immer wieder, welche Muskeln man so besitzt, von denen man
vorher nichts geahnt hat ...
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25.10. – 28.10.
4-Tagestour durch die Wueste
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Hier findet Ihr
unsere Fotos!
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